Ich liebe nicht. Nicht weil ich will, sondern weil ich muss. Weil ich mir selbst genügen muss. Weil ich nur mich selbst habe.
Ich selbst.
Ich will kein Du weil ein Du in die falsche Richtung führt. Weg vom Ich. Und das Ich hat so viel für mich getan. Das Ich darf nicht vergessen werden. Was würde dann aus mir werden? Ohne Ich?
Liebe ist Du.
Ist Wir.
Niemals Ich.
Keine Liebe nur mit Ich.
Also keine Liebe. Nicht für mich.
Das ist gut, das ist vernünftig, das ist bequem. Dann muss ich mein Ich niemals suchen. Niemals überlegen wo ich es hingetan hab, ob ich es beim Du vergessen hab. Ob ich es jemals wieder zurück bekomme.
Wenn ein Ich zum Du geworden ist bekommt man es meist nicht wieder.
Ich will mein Ich nicht verschenken. Es ist zu wertvoll, um verschenkt zu werden. Mein Ich gehört mir.
Es ist alles was ich habe.
Steppenwölfin - 22. Dez, 00:14
Hatte am Dienstag eine Lesung in Wien. So weit so gut. Mit drei anderen Leuten, die ich bis dato nicht kannte. Auch schön.
Das Problem: Sie waren einfach so verdammt GUT! Scheiße, waren die gut...
Und ich hab schon so lang nix Neues mehr geschrieben, zumindest nix allzu Schöpferisches. Ein bisschen mit Esmeralda am Konzept der Sammlerin gefeilt, aber auch schon lange her. Ein bisschen bei meinen persönlichen Zeitvertreib-Geschichten weitergemacht - lustig, aber eben nur Zeitvertreib. Nix Substantielles.
Ich komm mir generell grad so unkreativ, uninspiriert vor... mein ganzes künstlerisches Schaffen (sei es jetzt im Zeichnen, Photographieren oder eben Schreiben) scheint nur ein Abklatsch zu sein, Marke: Alles nur geklaut. Und ich hab ständig das Gefühl, als würd irgendwann mal jemand aufspringen, mit dem Finger auf mich zeigen und brüllen: "Die ist ja gar nicht kreativ! Das is alles Betrug! Schneidet ihr die Dreadlocks ab und steckt sie in einen Nadelstreifen-Hosenanzug - sie soll als Strafe auf ewig in einer Bank arbeiten!"
Ich denke, es ist mein Unterbewusstsein, das - bedrängt von den alltäglichen Sorgen (Uni, Arbeit, WG-Putzplan, etc) - wild um sich schlägt und sich in einem schlechten Gewissen und theatralischen Existenzängsten äußert.
Naja, um vom Selbstmitleid mal einen Schritt zurück zu treten - ich versuche grade eine neue Kurzgeschichte zu schreiben. Ich will mich dabei eigentlich gar nicht selbst neu erfinden, aber ich möchte wieder etwas erschaffen und zwar etwas, das ganz aus mir kommt und weder was mit self-insert noch fanfic oder wie das alles heißt zu tun hat. Etwas, das für sich selbst steht und aus sich selbst wirkt.
Ich möchte nicht stehen bleiben und ich möchte nicht zurück zu den Wurzeln (die ich ja hier auch durchaus mal dargelegt hab und die an und für sich auch völlig ok sind) - ich möchte mich auf meine schriftstellerischen Stärken besinnen und sie ausbauen, weiterentwickeln.
Ich bin keine Gesellschaftskritikerin, keine Poetryslammerin, ich bin zu zynisch um mit meinen Texten die Welt verbessern zu wollen und zu realistisch, um sie darin ausnahmslos zu verteufeln. Ich bin nicht die, die am Dienstag mit mir gelesen haben und auch wenn ich sie jetzt beneide, wäre jeder Versuch sie zu imitieren doch nur genau das, was mir mein angepisstes Unterbewusstsein derzeit vorwirft.
Also schreibe ich jetzt wieder und merke wie eingerostet ich bin. Das ist okay, das war zu erwarten. Auftragen - polieren. Auftragen - polieren. Irgendwann kann ich dann Karate. Hoppla, ein Gedankensprung.
Steppenwölfin - 27. Okt, 21:27
Die Mondscheinsonate und Clint Mansell's "Together we will live forever" haben mich mal wieder schreiben lassen. Unzensiert und ungefiltert. Viel Müll, viel Herzscheiße, aber auch ein paar schöne Dinge.
Bücher lügen.
Große, bunte Lügennetze. Regenbogenspinnen. Glitzernde Lügen im Nebel und wir laufen hinein mit voller Absicht. Nicht, um die schönen Netze zu zerstören, sondern um uns damit zuzudecken. So viele Netze bräuchten wir, um nicht zu frieren.
Aber das ist nicht das Einzige was sich künstlerischerweise so tut, nur hab ich weder Zeit noch Muße das ständig in die Internet-Welt hinauszutragen. Hört sich jetzt irrsinnig beschäftigt an. Bin ich nicht. Sondern einfach nur faul. Und unwillens mich damit blogmäßig auseinander zu setzen. Anscheinen hab ich momentan keine reflektive Phase (kommt selten vor, aber doch.).... ach je, da reflektiere ich schon wieder.
Naja. Stattdessen ein Auszug aus der Anti-Twilight-fic, die ich zum Spaß mit einer Freundin schreib. Mein persönlicher Arbeitstitel wäre "Stake the Bastard!" Und unsere beiden AlterEgos (Ginger und Scarlett) machen sich auf, um Edward Sparklepants zu pfählen.
“I’d appreciate your using my actual name. May I introduce myself: Arthur Benton-Briad. It’s nice to meet you… well… almost.”
“Ah-thuuh” Ginger tried to repeat his name after him.
“Stop it.”
“Ahhhh-thuuuh?
“You’re embarrassing yourself, woman.”
Scarlett desperately fought to keep a straight face. Her parents would stare in disbelief at her new-found friend’s incredibly impolite behaviour. That thought alone made her happy. And come to think of it, Arthur’s way of ending sentence with a hanging threat did remind her of her father.
“Correct me if I’m wrong but aren’t there two ‘r’ in your name?” Ginger went on. “Why not pronounce them? Seems like an awful waste.”
Steppenwölfin - 9. Jul, 23:34
But time makes you bolder
Even children get older
And I'm getting older too
Es wird wohl Zeit, dass ich die Uni hinter mir lass. Wenn dieses Semester positiv verläuft hab ich die Eingangsphase abgeschlossen. Hah. Nach sechs Jahren. Doppelt so lange die das ganze Studium eigentlich dauert.
Aber zumindest hier spar ich mir die Rechtfertigung und das hätti-wari.
Es ist einfach nur Zeit festzustellen, dass die nächsten paar Semester ordentlich was weitergehen soll. Das letzte war von der Arbeitsintensivität ja schon ein ganz guter Indikator - vom Erfolg her leider nicht, aber schließlich und endlich schaut kein Schwein aufs Zeugnis. Auch der BA im Titel is mir egal und Wisch brauch ich auch keinen, der mir bestätigt, was ich in den letzten Jahren so alles sinnlos erreicht hab. Ich will den Wisch nur, damit ich damit vor der Uni auf und ab tanzen kann, um ihr im Anschluss meinen blanken Hintern zu zeigen.
Danach wird die Welt erobert. Schottland? Kanada? Eins von beiden bzw. eins nach dem anderen. Sprachen sind überall gutes Proviant, Touristen gibt's überall. Ich muss mir gar keinen Haufen Kohle verdienen oder durch die Gegen jetsetten... ich will nur leben können und zwar wo und wie ich will. Leben, schreiben, photographieren - das reicht schon und das kann man zum Glück auch überall.
Ich find mich recht genügsam.
Wer will schon die Welt verändern? Das tut sie ganz von selbst.
And if you see my reflection in the snow covered hills
Well, the landslide will bring it down
Steppenwölfin - 9. Mrz, 21:40
Er ist rot und schwarz und besteht aus Ahorn, Rosenholz, Weißesche und Purpleheart. Er ist wunderschön und wird gut in der Hand liegen (ich weiß es einfach).
Purpleheart ist eine Holzart, für die ich keinen deutschen Namen gefunden habe. Allerdings ist mir das ganz recht, dann kann ich die Augen zumachen und mir vorstellen, dass es gar kein Holz ist, sondern sowas wie Drachenherz. Und dann kann ich mir vorstellen, dass er etwas ganz Besonderes ist und nur für mich. Wie die Harry Potter Zauberstäbe ^^
Das ist wahrscheinlich mein schlechtes Gewissen, denn eigentlich wollte ich mir über den Winter selbst einen bauen. Einen ganz ganz eigenen aus ungarischer Rubinie, mit gedampften recurved Enden und selbst angemalt und so.
Naja.
Dann eben nur die Pfeile selbst machen für den Anfang und den Bogen irgendwann später. Er läuft mir ja ned davon und mein Bogenbauer auch nicht. Ich will rot-schwarze Pfeile. Passend zum rot-schwarzen Bogen. Ein bisschen Stil muss das ganze ja auch haben - das müssten wir aus unzähligen Fantasyfilmen gelernt haben: Eine Ork-Armee bekämpfen ist keine Entschuldigung dafür seinen Style zu vernachlässigen. Stimmt's Legolas?
Es ist schön sich über diese Dinge Gedanken machen zu können. Nicht "uh, ich sollt schlafen gehen weil morgen Uni und lernen und überhaupt", sondern "oh, ich schreib noch ein paar Seiten und schau mir die Photos an".
Jetzt ist auch der Schreibtisch abgeräumt, das heißt neuem Schmuck steht auch nix mehr im Weg. Und morgen ein Shoot mit einer Freundin von Lisi - mit Option auf Bezahlung. Je nachdem wie viele Photos sie haben möchte.
Das Gravierendste worum ich mir Sorgen machen müsste is die Frage wie viel ich für die Photos verrechne... hach, ich bin so mies was diese wirtschaftlichen Dinge betrifft. Vielleicht sollt ich mich da mal umhören...
Steppenwölfin - 5. Feb, 22:03
The Lord of the Rings. Special Extended Edition. Triple Feature, Marathon... wenig Schlaf aber dafür viel Gutes.
Interessanterweise gibt es für mich wirklich für jeden Teil der Film-Trilogie eine Lieblingsszene - nicht immer mit direkter Buchvorlage bzw. auch teilweise die geschnittenen Szenen - aber ich spreche hier auch wirklich nur von den Filmen:
The Fellowship of the Ring:
Galadriel:
In the place of a Dark Lord you would have a Queen! Not dark but beautiful and terrible as the Dawn! Treacherous as the Seas! Stronger than the foundations of the Earth! All shall love me and despair!
I have passed the test. I will diminish, and go into the West, and remain Galadriel.
The Two Towers:
Elrond:
Whether by the sword or the slow decay of time, Aragorn will die. And there will be no comfort for you, no comfort to ease the pain of his passing. He will come to death an image of the splendor of the kings of Men in glory undimmed before the breaking of the world. But you, my daughter, you will linger on in darkness and in doubt as nightfall in winter that comes without a star.
Here you will dwell bound to your grief under the fading trees until all the world is changed and the long years of your life are utterly spent.
The Return of the King:
Pippin:
Home is behind, the world ahead,
And there are many paths to tread,
Through shadow to the edge of night,
Until the stars are all alight.
Mist and shadow, Cloud and shade
All shall fade,
all shall fade.
Ich glaub es wird Zeit die Bücher mal wieder auszupacken. Man hat ja sonst nix zu tun...
Steppenwölfin - 31. Dez, 07:08
Es war zu einer Zeit als ich wieder mal unzufrieden war mit der Geschichte, an der ich grad saß (siehe letzte Sitzung) und Tekken3 langsam langweilig wurde. Wrestling war sowieso nicht mehr in und Sailor Moon auch schon lange her... es kommt die Zeit der Fantasy-Romane.
Harry Potter fand ich ganz okay, aber kein Fandom, in das ich mich allzu sehr hineinwagen wollte. Dann schon lieber Herr der Ringe und die damit ausgebrochene Fantasy-Welle. Dabei ist es weniger Tolkien, der mich zum Schreiben anstachelt, sondern die "The Banned and the Banished" Reihe von James Clemens ("Das Buch des Feuers" etc). Vor Tolkien hatte ich nämlich viel zu viel Respekt. Clemens allerdings löst etwas aus, das bis heute anhält: Die Frustration über viel zu viel Schund im Fantasy-Bereich.
In fünf Büchern schafft es dieser Typ doch wahrhaftig von einem großartigen ersten Band sukzessive in Kitsch, Klischee und Pathos abzudriften. Von der Apostrophenobsession gar nicht erst zu sprechen.
Die Frustration darüber gepaart mit dem Ehrgeiz, den die neue beste Freundin Julias, die ich gern hassen möchte aber viel zu sympathisch finde, auslöst, wage ich mich also an eine Fantasygeschichte. Es kommt zu Streitereien, Plagiatsvorwürfen unter Teenagern und der großen Aussöhnung, neuen Freundschaften und gegenseitiger Inspiration in Geschriebenem und Gemaltem. Andrea ist besser als ich, das kann ich (fast) neidlos zugeben und ich bewundere sie. Genauso fühle ich mich aber motiviert aufzuholen, besser zu werden und ich denke ihr ging es ähnlich.
Da sich das Zwischenmenschliche es einfach nicht schafft, sich aus meinen Geschichten herauszuhalten gibt es auch in diesem Bereich wieder einen deutlichen Einfluss. Ein gewisser amerikanischer Austauschstudent gibt mir gehörig zu denken und hat deutliche Auswirkungen auf meine Charaktere.
Ich habe zwar mittlerweile gelernt die Selbstprojektion halbwegs zu vermeiden bzw. mich nicht von ihr lenken zu lassen sondern sie vielmehr zu nutzen. Ein bisschen von sich Selbst und dem, was gerade um einen herum geschieht, wird schließlich immer in das Geschriebene einfließen - das habe ich akzeptiert und versuche das beste draus zu machen.
Ich habe also meine zwei Hauptcharaktere - Lyann und Beko. Schlüsselfiguren ohne es zu wissen, die sich kurz treffen und wieder auseinandergehen und sich danach bis zur großen Schlacht nicht wiedersehen. Nur ein kurzes Treffen mit großen Auswirkungen auf ihre jeweilige Denkweise, kein Geschäker, keine Affäre, aber eine gewisse Verbundenheit in all ihren Gegensätzen.
Dann kommen die sechs Krieger (und hier kann ich die Nachwehen meiner Power Rangers, Sailor Moon, etc -Zeit einfach nicht leugnen), die mit den göttlichen Waffen die sechs "Kraftquellen" des großen Bösewichts unschädlich machen müssen.
Soweit so solide.
Ägeria wächst und wächst, ein Band mit mehreren hundert Seiten, ein zweiter wird in Angriff genommen. Es kommen Charaktere dazu, neue Storyideen werden in voller Fahrt aufgenommen und angefügt, an Ideen mangelt es nicht. Aber dafür an Planung.
Was ich nicht bedacht habe ist, dass ja diese sechs Krieger ned komplett allein auf ihren jeweiligen Missionen sind. Sie haben Mitstreiter, Gegner, Diener, Geschwister etc... und DANN wird's kompliziert. Denn im Prinzip wäre jede Storyline für sich allein schon genug um ein Buch zu füllen... aber 6+1 verschiedene Handlungen? Mit 8 Hauptcharakteren und 9 Nebencharakteren? Sogar mit dem Zusammenführen von einzelnen Handlungen bleiben immer noch die ganzen Charaktere... pfuh.
Die Sache wächst mir über den Kopf.
Als der zweite Band beendet ist stehe ich an und blicke zurück auf dutzende Charaktere von denen ich mit der Hälfte nix mehr anzufangen weiß. Ich könnte sie einfach sterben lassen, so nebenbei, aber das finde ich feig und billig. Meine eienen Ansprüche holen mich ein und ich beginne zu editieren und zu editieren und zu editieren und es wird nicht besser. Schließlich gestehe ich mir ein, dass ich entweder *alles* neu schreiben und manche Charaktere *komplett* weglassen müsste oder... ja.... oder ich lass es bleiben.
Bis heute geschieht es alle paar Wochen bzw. Monate, dass ich den Ägeria-Ordner öffne und überlege, wie ich es doch noch schaffen könnte die Sache zuende zu führen. Zwei Bände, jahrelange Arbeit, liebgewonnene Charaktere und eine gar-nicht-mal-so-blöde Storyline... es ist ja schade drum. Aber irgendetwas fehlt. Irgendetwas hat immer gefehlt. So viele Geschichten und nie habe ich ein "ENDE" daruntersetzen können.
Und trotzdem... wenn etwas Halbfertiges gewaltvoll abgeschlossen wird bleibt es immer noch etwas Halbfertiges. Ein Pseudo-Ende nützt mir nichts. Ich will zufrieden sein können mit dem, was ich geschaffen habe und keine faulen Kompromisse.
Ägeria hat mir vieles beigebracht. Es ist quasi ein Mahnmal in meiner schriftstellerischen Karriere, mein persönlicher Dukler Turm der mich daran erinnert, dass ich meinen Weg mit offenen Augen gehen soll. Dass ich Geduld haben muss, vor allem mit mir selbst.
Nicht jede Inspiration kommt aus mir. Ich muss sie mir gut ansehen und mich eine Weile mit ihnen unterhalten, um entscheiden zu können, wem sie gehört. Ich muss sie auf die Probe stellen wie sie mich auf die Probe stellen. Viele verflüchtigen sich daraufhin, andere reichen für ein Gedicht, eine Momentaufnahme, eine Kurzgeschichte. Aber die großen Inspirationen sind selten.
Ich weiß nicht ob Ägeria eine kleine Inspiration war, die ich zu einer größeren aufblasen wollte bis sie geplatzt ist. Vielleicht ist sie auch eine große Inspiration war, mit der ich nur nicht umgehen konnte. Wenn das der Fall ist wird sie vielleicht auf mich warten, wenn nicht bin ich ihr nicht böse.
Falls ich mich ihr wirklich wieder zuwende, werde ich vieles weglassen müssen und diese Entscheidungen sind schwierig. Nicht umsonst wird der Ordner so oft er geöffnet wird, auch wieder geschlossen.
Wir werden sehn.
Nächste Sitzung: Eins und Eins gibt VIER
Steppenwölfin - 20. Dez, 14:31
Es wird. Ich will nix verschreien, aber es wird.
Vor allem das Gespräch mit Hailey hat geholfen, so viel is dabei rausgekommen, dass ich selbst überrascht davon war wie solide das ganze Gerüst ist. Ich denke mit den Hintergrundinfos zu den Geistern und der Schule bin ich sehr zufrieden. Auch die eher ungezwungenen, kurzen Gespräche mit Lisi sind recht praktisch, um das bereits Erdachte zu überprüfen und zu festigen. Sie nimmt es nicht ernst genug, als dass ich mich hier anstrengen müsste, um etwas zu erklären. Aber ich muss ja auch nicht jedes Mal herausgefordert werden, wenn ich über die Geschichte spreche. Hailey macht das recht geschickt, wenn ich die Idee soweit gefestigt sehe, dass sich sie auf den Prüfstand heben kann, kann ich mich immer noch an Alina wenden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, noch kann ich mir das Zerpflückt werden nicht leisten. Ich will Esmeralda nicht verschrecken.
Die Sammlerin nimmt langsam Gestalt an. Sie hat noch keinen Namen und ich traue mich kaum ihr einen zu geben. Namen sind das letzte, das meine Charaktere bekommen. Viele Geschichten würde ich am liebsten komplett ohne Namen schreiben.
Ich mag meine Sammlerin. Ich kann mich mit ihr identifizieren, ihre Gedanken und Taten nachvollziehen ohne dass ich das Gefühl habe sie wäre mir zu ähnlich. Ich bin nicht sie und ich will nicht so sein wie sie. Ich finde ihre Einstellung in mancher Hinsicht unsympathisch und ich weiß nicht ob ich mit ihr auf Dauer gut auskommen könnte, würde sie mir real gegenüber stehen.
Ich denke es gibt Seiten an ihr, die ich noch nicht kenne, die mich überraschen werden. Im Guten wie im Schlechten.
Ich weiß noch nicht wohin sich alles entwickelt und ich gehe meine Schritte nur sehr vorsichtig. Ich will mich nicht schon wieder verlaufen.
Der Vater macht mir etwas Sorgen. Er ist noch recht verschwommen, recht generisch. Ich weiß nicht wie ich ihre Beziehung aufbauen will, wie wichtig er sein wird, wie viel Raum ich ihm zugestehen werde. Ich denke er wird sich für wichtiger nehmen als er schlussendlich ist. Er wird viel verlangen und wenig bekommen, große Ziele haben und sie nicht erreichen. Er wird sich oft unbeliebt machen, auch wenn seine Gründe die reinsten, ehrenhaftesten, verständlichsten sind.
Das Kind wird mir auf die Nerven gehen. Und ihr. Wie ein Kind eben ist, ein Teenager. Es wird nichts dafür können und schließlich Vertrauen fassen. Ich wage noch keine Prognose was mit dem Kind geschehen wird. Wahrscheinlich hat es Glück, vielleicht auch nicht - in dieser Hinsicht mache ich mir noch keine Sorgen. Ein Schritt nach dem anderen.
Esmeralda sitzt auf meiner Schulter und schnurrt. Sie ist zufrieden, wohlgenährt. Nur ihre Krallen hat sie noch immer ausgefahren - sie traut mir noch nicht recht über den Weg und sie hat Recht. Ich finde es gut, dass sie da ist, quasi als Aufpasserin. Ich brauche manchmal einfach jemanden der mir auf die Finger haut, wenn ich sie zu lange nicht an der Tastatur habe. Umso besser wenn es aus meiner eigenen Psyche kommt.
Steppenwölfin - 14. Dez, 00:52